Nachhaltige Kosmetik
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Nachhaltige Kosmetik

« Was macht Nachhaltigkeit aus? »

Die Aufnahmefähigkeit unseres Planeten für Schadstoffe und die natürlichen Ressourcen der Erde sind begrenzt. Aus diesem Grund braucht es eine zukunftsweisende Entwicklung, ein nachhaltiges Leben, das umweltfreundlich, verantwortungsbewusst und generationengerecht ist. Es geht im Wesentlichen darum, richtig mit den endlichen Ressourcen umzugehen, damit die heutige, aber auch die künftigen Generationen noch ein würdevolles Leben auf dieser Erde führen können. Dieser Gedanke wird auch von Herstellern von Pflegeprodukten verfolgt. Aber was zeichnet nachhaltige Kosmetik genau aus?

Was steckt hinter dem Begriff Nachhaltigkeit?

Unter Nachhaltigkeit versteht sich ein ressourcenschonender und achtsamer Umgang mit unserem Planeten und allen Ressourcen der Natur, die uns Menschen zur Verfügung stehen. Dieser Begriff ist jedoch keine Erscheinung des 21. Jahrhunderts. Schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts hat Hans Carl von Carlowitz den Begriff in seinem Werk über die Forstwirtschaft geprägt:

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Aus einem Wald sollte nur so viel Holz als Rohstoff entnommen werden, wie es auch wieder nachwachsen kann. Damit wurde schon früh das Ziel definiert, die Erde dauerhaft als Lebensgrundlage zu bewahren. Der Begriff Nachhaltigkeit bezeichnet also eine Wirkung, die über eine längere Zeitspanne hinweg anhält. Auch in unserer heutigen Zeit, in der wir mehr denn je vor globalen und lokalen Herausforderungen stehen, ist ein nachhaltiges Leben gefragt.

Wir dürfen die Ressourcen, die uns die Natur tagtäglich zur Verfügung stellt, nur in dem Maß nutzen, in dem sie sich auch wieder regenerieren und nachwachsen können. Und so ist auch Nachhaltigkeit in der Kosmetik ein großes Thema.

Was ist nachhaltige Kosmetik?

Nachhaltige Pflegeprodukte tun nicht nur Haut und Haaren richtig gut, sondern auch der Umwelt. Eine ökologische Kosmetik setzt auf wertvolle Bio-Inhaltsstoffe, auf nachhaltige Verpackungen und wird zudem plastikfrei, umweltfreundlich, fair sowie ohne jegliche Tierversuche produziert. Sie basiert auf rein natürlichen inhaltlichen Bestandteilen und enthält nur Rohstoffe biologischen Ursprungs. Je nach Zertifizierung der Naturkosmetik ist die Höhe des Bio-Anteils für das jeweilige Produkt vorgeschrieben. So spricht man von nachhaltiger Kosmetik, wenn die enthaltenen Wirkstoffe und Bestandteile zu mindestens 95 % aus kontrolliert biologischem Anbau stammen.

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Beste Hautpflege basierend auf reiner Naturkraft – Zertifizierungsstandards

Grundsätzlich gibt es für nachhaltige Kosmetik drei unterschiedliche Zertifizierungsstufen. Zur Differenzierung der drei Stufen wird vor allem der enthaltene Rohstoffanteil betrachtet:

Kontrollierte Naturkosmetik

Diese Pflegeprodukte enthalten nur Wasser sowie naturnahe bzw. naturidentische Inhaltsstoffe. Naturstoffe sind all jene Substanzen, die unverändert eingesetzt werden oder nur durch natürliche physikalische Verfahren wie zum Beispiel Fermentierung gewonnen werden.

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Naturidentische Stoffe sind zum Beispiel Mineralien, Konservierungsmittel oder Pigmente, die zwar im Labor produziert werden, jedoch in der Natur vorkommen. Sie dürfen in einer kontrollierten Naturkosmetik nur verwendet werden, wenn sie zum Beispiel unverzichtbar wichtig sind, um die Reinheit der anderen Inhaltsstoffe zu bewahren.

Nachhaltige Naturkosmetik mit Bio-Anteil

Diese Pflegeprodukte bestehen mindestens zu 70 % aus Inhaltsstoffen aus kontrolliert biologischem Anbau.

Bio-Kosmetik

Bei einer echten Bio-Kosmetik stammen die eingesetzten Inhaltsstoffe mindestens zu 95 % aus kontrolliert biologischer Erzeugung sowie kontrollierter Wildsammlung. Diese Produktkennzeichnung ist freiwillig und basiert nicht auf einer einheitlichen EU-Verordnung.

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Nachhaltigkeit in der Kosmetik bedeutet auch den Verzicht auf Tierversuche

Tierversuche sind in der Kosmetikbranche leider noch immer üblich, obwohl sie in der EU seit 2009 verboten wurden. Wer sichergehen möchte, dass die täglich verwendeten Pflegeprodukte garantiert nicht auf Tierversuchen basieren, sollte Produkte mit dem Logo „das Häschen in der schützenden Hand“ kaufen. Kosmetikprodukte, die mithilfe von Tierversuchen produziert werden, stammen häufig aus dem EU-Ausland und enthalten Inhaltsstoffe, die außerhalb der Europäischen Union getestet wurden.

Der Deutsche Tierschutzbund hat eine Positivliste veröffentlicht, in der Naturkosmetikhersteller sowie konventionelle Beautymarken aufgeführt werden, die keinerlei Tierversuche für die Erforschung ihrer Produkte anwenden. Nachhaltige Kosmetik ist mit entsprechenden Siegeln zertifiziert und erfüllen diesbezüglich auch strenge Auflagen.

Welche Aufgaben hat sich eine ökologisch bewusste Kosmetikbranche zu stellen?

Nachhaltiges Bewusstsein entwickeln

Zum einen geht es bei nachhaltiger Kosmetik darum, ein Bewusstsein für ein nachhaltigeres Verhalten zu schaffen. Verbraucher, die zertifizierte umweltbewusste Kosmetik kaufen, unterstützen zum Beispiel faire Arbeitsbedingungen. Umweltbewusste Kosmetikhersteller achten auf die Gesundheit der Verbraucher und gleichzeitig auf die Umwelt.

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Viele Unternehmen, die natürliche Zutaten für ihre Schönheitsprodukte verwenden, beziehen ihre Rohstoffe aus landwirtschaftlichen Kooperationen mit Entwicklungsländern. Sie fördern lobenswerte Rohstoffprojekte und setzen sich für ökologische Herstellungsverfahren, gute Arbeitsbedingungen und faire Löhne ein. Damit soll auch die Lebensgrundlage anderer Menschen signifikant verbessert werden.

Ökologische Aspekte

Bei nachhaltigen Pflegeprodukten ist es üblich, dass auch die Verpackung plastikfrei und recyclebar ist. Hier lautet das Motto: „Weniger ist mehr!“ Auch sogenannte „Refill-Produkte“ sind eine sehr gute und umweltfreundliche Alternative, denn sie eignen sich optimal zum Nachfüllen der Originalbehälter.

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Verzicht auf Mineral- und Erdölrückstände

Kosmetikinhaltsstoffe auf Mineralölbasis haben in der Beautyindustrie leider eine ziemlich lange Tradition. Sie gelten zum einen als hautverträglich und sind zum anderen sehr preisgünstig. Bei der Herstellung dieser Substanzen können jedoch aromatische Kohlenwasserstoffe entstehen – sogenannte MOAH. Diese stehen im Verdacht krebserregend zu sein. So raten Gesundheitsexperten beispielsweise dringend davon ab, Lippenpflege mit Inhaltsstoffen auf Mineralölbasis zu verwenden.

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Für mehr Nachhaltigkeit in der Kosmetik verzichteten immer mehr Unternehmen auf den Einsatz von Mineral- und Erdölkomponenten. Hier sorgen vielmehr wertvolle Pflanzenöle und Fette für die erforderliche Geschmeidigkeit der Pflege – so beispielsweise Sheabutter, Jojobaöl oder Mandelöl. Auf diese Weise wird die Haut zugleich mit speziellen Pflegewirkstoffen sowie hochqualitativen Fettsäuren versorgt und somit tiefenwirksam gepflegt.

Soziales Engagement

Nachhaltigkeit steht auch in einem sehr engen Zusammenhang mit dem sozialen Engagement. Immer, wenn aus irgendeiner Ressource geschöpft wird, muss das auch wieder kompensiert werden. Es geht wesentlich darum, klimaneutral zu arbeiten, aber auch verschiedene Partnerschaftsprojekte und Initiativen zu unterstützen. So werden Hilfen ermöglicht für Kinder, Jugendliche, Frauen und Familien. Durch soziales Engagement kann für alle eine selbstbestimmte und positive Zukunft ermöglicht werden.

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Neue Prozesse entwickeln und integrieren

Hierzu gehört zum Beispiel die Ressourcennachhaltigkeit: Für die Herstellung von nachhaltiger Kosmetik müssen neue Prozesse entwickelt werden, die natürliche Ressourcen wie Öl, Wasser oder Anbauflächen einsparen. Auch ökonomische und klimatische Aspekte spielen eine wesentliche Rolle, denn bei der Entwicklung und Produktion der Schönheitsprodukte müssen die Treibhausgas-Emissionen gedrosselt werden. Produktionsprozesse müssen sich verändern, damit eine bessere Klimaneutralität erreicht werden kann.

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Wie setzen namhafte Kosmetikunternehmen Nachhaltigkeit bereits um?

Eines steht fest: Nachhaltige Kosmetik ist längst kein unwichtiges Randdiskussionsthema mehr. Große Kosmetikmarken entwickeln zunehmend ein ökologisches Bewusstsein und rücken das Thema Nachhaltigkeit mehr und mehr in den Fokus des täglichen Handelns.

Wichtig dabei sind:

  • ökologische und soziale Projekte
  • Verzicht auf Plastik, Mikroplastik und unnötige Verpackungsfolien
  • Verpackungsmüll und sonstige Abfälle reduzieren
  • recyclebare Stoffe
  • Verwendung nachhaltiger Ressourcen wie zum Beispiel pflanzliche Stammzellen
  • regionale Ressourcenbeschaffung
  • Fair Trade

Nachhaltige Pflegeprodukte von Dr. Hauschka

Das Unternehmen Dr. Hauschka lebt Nachhaltigkeit und Umweltschutz ganz konkret: So wurde bereits im Jahr 1955 ein eigener Heilpflanzengarten angelegt. Die in den Kosmetikprodukten verwendeten Pflanzenbestandteile, Wachse und ätherischen Öle stammen ausschließlich aus kontrolliert biologischem Anbau.

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Alle Rohstoffe liegen in hoher biologischer Qualität vor oder stammen aus einem fairen Handel. Das Unternehmen nutzt clever natürliche Stoffwechselkreisläufe und Ressourcen, wie etwa Regenwasser oder leicht zu recycelnde Verpackungsmaterialien. Ressourcen werden eingespart, wann immer es geht. So bezieht Dr. Hauschka für seine nachhaltige Kosmetik seit Jahren zertifizierten Ökostrom und nutzt die Wärmerückgewinnung.

Auf diese Weise leistet das Kosmetikunternehmen einen wesentlichen Beitrag zur Klimaneutralität und unterstützt das große Umweltziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen.

Umweltfreundliches Wirtschaften von BABOR

Der Schönheitsspezialist BABOR setzt auf nachhaltiges Wirtschaften und hinterfragt alte Prozesse, entwickelt Alternativen und befasst sich besonders mit Abwasserreinigung und Mülltrennung. Nachhaltigkeitsziele bis 2025 setzt sich BABOR unter anderem im Green Packaging, Clean Ingredients und in der CO² Emissionsvermeidung.

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Ein langfristig gepachtetes 100.000 m² großes Waldstück soll ebenfalls dazu beitragen, CO² zu reduzieren. Mit Bienenvölkern in einem Bioreservat und als Mitglied im EV100, um die Elektromobilität nach vorne zu bringen, übernimmt das Kosmetikinstitut gesellschaftliche Verantwortung in vielen Bereichen.

Ein klimaneutrales Unternehmen: Dr. Spiller

Der Marke Dr. Spiller ist es ein Herzensanliegen, die Schönheit der Natur für die nachfolgenden Generationen zu bewahren. Daher rückt das familiengeführte Unternehmen das Thema „Nachhaltigkeit in der Kosmetik“ besonders in den Fokus aller Bemühungen. Neben vielen verschiedenen Umweltprojekten engagiert sich das Unternehmen stark im sozialen Bereich und setzt auf ein nachhaltiges Wirtschaften.

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Dr. Spiller ist ein klimaneutrales Unternehmen, das ausschließlich alle Produkte klimaneutral herstellt. Alle CO²-Emissionen, die im Rahmen der Produktentwicklung und Herstellung entstehen, werden exakt berechnet und in Klimaschutzprojekte investiert.

Respektvoller und verantwortungsbewusster Umgang mit der Natur: La mer

Ein bewusster und respektvoller Umgang mit allen Dingen, die dem Menschen anvertraut sind, ist auch für La mer eine Selbstverständlichkeit. Aus einer solchen inneren Haltung resultiert auch ein verantwortungsbewusstes Verhalten. La mer verfolgt verschiedene Nachhaltigkeitsziele:

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So verzichtet das Unternehmen auf unnötige Umverpackungen und verwendet zu 100 % recyclefähige Materialien für seine nachhaltige Kosmetik.

Starke Menschenrechte & Umweltschutz: ein Grundanspruch auch für Annemarie Börlind

Auch der Beauty-Experte Annemarie Börlind schreibt Nachhaltigkeit in der Kosmetik groß und lebt diesen Anspruch – Tag für Tag. Das in dritter Generation geführte Familienunternehmen leistet einen wesentlichen Beitrag zur CO²-Reduktion, setzt auf plastikfreie Verpackungen für umweltfreundliche Pflegeprodukte und Abfallreduktion sowie auf eine menschenwürdige Arbeit.

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Mit umweltfreundlichen Verpackungen, fairen Löhnen, fairen Arbeitsbedingungen sowie einer ökologischen Produktentwicklung leistet das Unternehmen einen starken Beitrag für mehr soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz. Mit der Nachhaltigkeitsstrategie „Mission 2025“ hat sich das Naturkosmetikunternehmen ebenso wie BABOR große Ziele ganz im Sinne echter nachhaltiger Kosmetik vorgenommen, die bis zum Jahr 2025 umgesetzt sein sollen.