« Welchen Wert haben Labels? »
Siegel zieren die Verpackung vieler Produkte. Sie sollen eine bestimmte Qualität garantieren, gewisse Zutaten ein- oder ausschließen bzw. die Produktionsbedingungen transparent machen. Als Verbraucher ist es fast unmöglich, hier die Übersicht zu behalten. Welches Label steht wofür und ist es vertrauenswürdig? Wir haben in diesem Artikel die gängigsten Siegel für zertifizierte Naturkosmetik unter die Lupe genommen und schlüsseln für Sie auf, was die jeweilige Zertifizierung tatsächlich bedeutet.
Wie unterscheidet sich konventionelle Kosmetik von Naturkosmetik?
Im Bereich der Kosmetik sind Verbraucher auf vertrauenswürdige Siegel für Natur- und Biokosmetik angewiesen. Die Begriffe selbst sind nämlich nicht geschützt und können von jedem Hersteller willkürlich benutzt werden.
Ob die Pflegeprodukte tatsächlich natürliche Inhaltsstoffe oder gar Bio enthalten, geht bestenfalls aus den Packungsangaben hervor.
Wenn jemand Naturkosmetik kauft, erhofft er sich ein gut verträgliches Produkt auf der Basis von natürlichen Zutaten. Zertifizierte Naturkosmetik achtet darauf, die Verträglichkeit der Naturprodukte durch zurückhaltende Verarbeitung zu erhalten. Außerdem hat sie sich selbst Auflagen hinsichtlich Rohstoffgewinnung, Verarbeitung und Verpackung auferlegt.
Ist zertifizierte Naturkosmetik gleich Bio-Kosmetik?
Vorweg möchten wir kurz mit einem Vorurteil aufräumen, was Bio-Kosmetik betrifft. Es ist nämlich nicht so, dass natürliche Kosmetikprodukte automatisch auch „bio“ sind, also aus kontrolliert biologischem Anbau stammen. Andererseits müssen Pflegeprodukte, die bio-zertifiziert sind, nicht unbedingt Naturkosmetik sein. Die beiden Standards gehen zwar häufig aber nicht immer Hand in Hand. Es hängt außerdem von der einzelnen Zertifizierung ab, ob Inhaltsstoffe in Bio-Qualität gefordert sind. So gibt beispielsweise Demeter sein Siegel nur dann für Kosmetik her, wenn ein sehr großer Anteil an Zutaten nach deren Standard enthalten ist. Das NaTrue-Label bekommen hingegen auch solche Produkte, die überhaupt keine biologisch erzeugten Inhaltsstoffe enthalten. Entstammen wenigstens 70 % der Inhaltsstoffe aus Bio-Anbau, wird das NaTrue-Label um den Zusatz „mit Bioanteil“ erweitert.
Das Siegel „Bio-Kosmetik“ wird ab einem Bio-Anteil von 95 % vergeben. Wenn Sie sich für vegane Pflegeprodukte interessieren, müssen Sie auf entsprechende Siegel wie die Vegan-Blume achten. Zwar ist tierversuchsfreie Kosmetik heute der Standard, doch können durchaus tierische Fette oder andere Tierprodukte enthalten sein.
Die gängigen Siegel
Zu den weitverbreiteten Siegeln gehören „NaTrue“ und „BDIH-kontrollierte Naturkosmetik“. Ebenfalls gängig sind Ecocert und Demeter, wobei sie auf Kosmetika deutlich seltener zu sehen sind als die anderen beiden. Allen Zertifizierungen ist gemeinsam, dass sie den Einsatz von synthetischen Fetten, Duft- und Farbstoffen ausschließen.
Es muss sich stets um tierversuchsfreie Kosmetik handeln, in der keine Zutat gentechnisch manipuliert worden ist. Alternativ zu konventionellen Produkten enthält zertifizierte Naturkosmetik pflanzliche Fette, Öle und Wachse. Kräuterextrakte, ätherische Öle und Blütenwasser pflegen und duften. In der Regel werden Zutaten aus Bio-Anbau oder Wildsammlungen bevorzugt.
Demeter und seine Bedeutung für die Naturkosmetikbranche
Eigentlich ist Demeter eher aus der Lebensmittelbranche bekannt. Doch ist dieses Siegel hin und wieder auch auf Kosmetik zu finden. Kennzeichnend für Demeter ist, dass die Anerkennung als Bio-Anbau alleine nicht ausreicht.
Es muss der gesamte Betrieb auf biologisch-dynamische Produktion ausgelegt sein, damit seine Einzelprodukte das Demeter-Siegel erhalten können.
Kennzeichnend für dieses System ist eine in sich geschlossene Kreislaufwirtschaft, die alleine aus sich heraus überleben kann. Da die strengen Demeter-Kriterien nicht so leicht zu erreichen sind, sind drei verschiedene Kennzeichnungen bei Pflegeprodukten möglich. Es kann das Produkt insgesamt das „Demeter“-Siegel erhalten, wenn mindestens 95 % der Rohstoffe Bio-Qualität und wenigstens 90 % der pflanzlichen Zutaten Demeter-Qualität haben.

Es können auch nur einzelne Zutaten mit dem Zusatz „Demeter“ ergänzt werden. Außerdem gibt es „Demeter in Umstellung“. Diese Auszeichnung können Kosmetikartikel bekommen, wenn nur ein Teil ihrer Inhaltsstoffe die Demeter-Kriterien erfüllt.
Die Vorteile zertifizierter Naturkosmetik im Überblick:
Verzicht auf:
- synthetische Farb- und Duftstoffe
- Inhaltsstoffe auf Erdölbasis
- Silikone
- gentechnisch veränderte Inhaltsstoffe
- Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs
Viele Siegel schreiben zudem bestimmte Vorgaben für Inhaltsstoffe und Verpackung vor.
Natürliche Kosmetik für Mensch und Umwelt
Wie Sie sehen konnten, haben zertifizierte Naturprodukte zwei große Vorteile: höhere Verträglichkeit für den Anwender und umweltschonende Herstellungsverfahren. Sie als Kunde können sich auf die nachhaltige Verträglichkeit von zertifizierten natürlichen Produkten verlassen.

Zudem schwingt bei den meisten Herstellern entsprechender Kosmetika der Anspruch mit, ressourcenschonend zu produzieren. Viele Siegel sehen ohnehin bestimmte Regeln für Verpackung und Inhaltsstoffe vor. Zertifizierte Naturkosmetik ist am Ende Mensch und Umwelt gleichermaßen nützlich.
Kosmetikfuchs Magazin