Akne - Pflege Tipps

Praktische Tipps bei Akne und Hautunreinheiten


Etwa 70 bis 80 Prozent der Menschen in Deutschland leiden in ihrem Leben zeitweise an Akne, von leichten bis hin zur schweren Formen. Entgegen der landläufigen Meinung sind nicht nur Teenager betroffen. Dabei spielen spezifische Ursachen bei der Entstehung  eine besondere Rolle:

Akne bezeichnet eine Erkrankung des Talgdrüsenapparates und der Haarfollikel, die eine überhöhte Talgproduktion zur Folge hat. Gleichzeitig führt eine übermäßig starke Verhornung zu verstopften Poren, der Talg kann nicht abfließen. Die Haut ist großporig. Auch Bakterien, wie z.B. das Propionibacterium acnes spielt bei der Entstehung der Akne eine große Rolle, es entstehen Entzündungen, Pickel, Mitesser, Pusteln ( mit Eiter gefüllte kleine Bläschen ) und Papeln (Bläschen oder Knötchen). Auch chronischer und emotionaler Stress kann aus wissenschaftlicher Sicht eine Akne unterhalten. Da Stress eine Freisetzung von Androgenen aus der Nebennierenrinde bewirkt, kann  es zu einer Anregung der Talgdrüsenzellen und daraufhin zu einer erhöhten Talgproduktion mit Unreinheiten kommen.

Akneformen:

1. Acne comedonica:


Leichte Formen wie die Acne comedonica, zeichnen sich durch offene (Blackheads) und geschlossene Mitesser (Whiteheads, Komedonen) aus, sowie Pusteln und Papeln. Es besteht eine übermäßige Talgproduktion, jedoch keine Neigung zu Entzündungen. Sie ist vorwiegend im Gesicht lokalisiert, betroffen sind Stirn und Wangen, die sogenannte T– Zone.

2. Acne papulopustulosa:

Die häufigste Form der Akne ist die Acne papulopustulosa. Sie geht einher mit Papeln und Pusteln sowie einer großen Gefahr der Narbenbildung. Sie tritt vorzugsweise im Gesicht, Hals, Brust, Rücken, schultern und Oberarmen auf. Auch hier ist eine starke Seborrhoe zu beobachten.


 3. Acne Conglobata:

Eine schwere Form der Akne ist die Acne Conglobata. Sie zeigt sich durch blutig, verkrustete und verhärtete, schmerzhafte Knoten, flächenhafte Erytheme, Fisteln, Zysten und Riesenkomedonen.
Lokalisation: Oberkörper, Nacken, Schulter, Rücken, Oberarme, Kopfhaut.
 Kosmetikerinnen dürfen nur Akne in leichten Verlaufsformen behandeln. Die Behandlung der schweren Akneformen gehört in die Hände eines erfahrenen Dermatologen.

4. Acne inversa


Eine weitverbreitete Form der Akne ist die Acne inversa. Bei dieser Form sind die Talgdrüsen entzündet. Betroffen sind meist die Achseln und die Leistengegend. Acne inversa ist meist eine chronische Entzündung und kann von schweren Schmerzen begleitet sein.

Achtung! Eine der denkbar schlechtesten Ideen ist, selbst Hand anzulegen. Zumindest ist Quetschen und Drücken ein sicherer Weg, weitere Pickel und Entzündungen zu fördern. Desweiteren entstehen durch unsachgemäßes Drücken gerne Narben. Ich weiß, dass es schwer ist der Versuchung zu widerstehen, aber glauben Sie mir, es ist der wichtigste Weg zur Abheilung.

 

Ziele der Behandlung von Akne:



1. Normalisierung der Talgsekretion



Der erste Schritt der Aknebehandlung zur Normalisierung der Talgproduktion ist die richtige Reinigung. Ziel der Reinigung ist zwar die Beseitigung von überschüssigem Talg und Reduzierung der Akne Bakterien, aber das Reinigungsprodukt muß auch hautverträglich sein. Das heißt, es darf nicht die Hautbarriere schädigen.

Zu einer für Akne Haut geeigneten Reinigung eignen sich insbesondere sogenannte Umschlags -Emulsionen, die durch das Zugeben von Wasser von einer Wasser/Öl Emulsion in eine ÖL/Wasser Emulsion umschlagen. Dadurch kann die  Reinigung viel Wasser aufnehmen und überschüssige Talgmengen binden. Gute Erfahrungen habe ich mit Lavolind von Dr. R.A. Eckstein gemacht. Herkömmliche Seife lässt die Haut quellen und ist daher für Aknehaut nicht geeignet. Am besten verwendet man sauer eingestellte Reinigungen oder pH – Wert neutral, da sie eine entzündungshemmende Wirkung haben und den Keimgehalt der Haut reduzieren. Eine Fettzufuhr durch Reinigung und Pflegecremes ist in der Regel nicht notwendig. Geeignete Hautpflegecremes sind insbesondere Öl in Wasser Emulsionen, da sie fettarm, bzw. teilweise fettfrei sind.


2. Beseitigung von Überverhornungen:



Dazu können biologische Schälungen, Enzympeelings verwendet werden. Enzympeelings sind hochwirksame, milde Tiefenreinigungsprodukte, die auf Basis von eiweißspaltenden Enzymen und Fermenten wirken. Sie besitzen die Fähigkeit, die verhornten Schichten abzutragen und die Ablösung der verhornten Epidermiszellen zu erleichtern ohne das darunter liegende, lebendige Gewebe anzugreifen. Obwohl Enzympeelings sehr wirksam sind, sind sie doch schonend und könnnen daher auch bei sehr empfindlicher Haut angewendet werden. 
Eine Anwendung zu Hause kann leicht durchgeführt werden, da es schon gebrauchsfertige Präparate gibt.

 Bis zur sichtlichen Besserung darf eine Schälung zweimal pro Woche durchgeführt werden, jedoch mit einem Abstand von mindestens 3 Tagen. Die Schälung sollte nicht antrocknen, man kann sie einfach mit einem nassen Handtuch feucht halten.
 
Auf mechanische Peelings sollte verzichtet werden, um eine Schmierinfektion zu verhindern. 
Erweichen und Auflösen von überschüssigem Kreatin und von Mitessern (vgl. Dr. R. A. Eckstein-Biokosmetik-aus Forschung und Praxis)
 

Gesichtsdampfbäder mit Gänseblümchen , Kapuzinerkresse und Zaubernuss oder feuchtwarme Kompressen eignen sich, um übermäßige Verhornung der Haut zu erweichen. Auch durch eine Fruchtsäurebehandlung (AHAs) werden verstopfte Talgdrüsenausgänge erweicht, so lassen sich Mitesser besser entfernen.
Verminderung der Entzündungen

Zinc Oxide fördern das Abklingen von Entzündungen.Gerbstoffe wirken entzündungshemmend und reizmildernd.

3.  Stärkung der Hautschutzbarriere z.B. durch Ceramide.

Niedrige Fruchtsäurekonzentrationen unter 10% beeinflussen die Hutschutzbarriere günstig.

 Weitere kosmetische Möglichkeiten der Aknetherapie sind der Einsatz von Kosmetika, mit einer intensiv mattierenden Wirkung. Darüber hinaus kaschieren getönte Pflegecremes und Abdeckcremes Hautunregelmäßigkeiten. Okkludierende Make up`s sind nicht empfehlenswert, da sie komedogen wirken und die Erkrankung fördern können.

Eine regelmäßige Aknebehandlung (alle 4 Wochen) bei einer erfahrenen Kosmetikerin ist vor allem bei der Akne comedonica empfehlenswert und bringt häufig einen positiven Effekt. Auch eine professionelle, manuelle Lymphdrainage kann das Bild einer Akne gut verbessern.

Eine Aknebehandlung erfordert Zeit und Geduld, ca. 2 – 3 Monate. Seien Sie konsequent! Zu Beginn einer Behandlung wird sich das Hautbild optisch erst einmal verschlimmern. Das liegt daran, dass durch eine gezielte Aknetherapie auch Unterlagerungen zum Vorschein kommen. Jetzt nur nicht das Handtuch werfen.


Quellen:


1. Dr. R. A. Eckstein BioKosmetik aus Forschung und Praxis

2. Dermatokosmetik, Martina Kretschmer,Stefanie Williams

3. Fachkunde Kosmetik Cornelsen Verlag




 
Inhaltsstoffe und INCIS´s beruhen auf Herstellerangaben. Abbildungen können abweichen.